Wer nicht hören will, muss erleben!
Wir hören jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde unseres Lebens. Unsere Ohren und unser Kopf machen das automatisch. Wir sind daran gewöhnt und verlassen uns auf unser Gehör. Hören ist Alltag und es fällt uns gar nicht mehr auf, was unser Gehör eigentlich (mit uns) machen kann und wie es funktioniert. Das wollen wir ändern, indem wir Bereiche schaffen, in denen das Hören wieder bewusst und mit allen Sinnen erfahren werden kann. Man kann Töne, Klänge, Rhythmen nämlich auch fühlen und erleben. Zu diesem Zweck versucht der Hörkunstverein mit seinem jährlichen Hörkunstfestival eine Plattform für Künstler und Hörkunstliebhaber zu schaffen, mit deren Hilfe der künstlerische Austausch und das sinnliche Klangerleben gefördert werden sollen.
Hörkunst ist für uns hörbare Kunst, die alles beinhaltet was mit den Ohren gehört und erfahren werden kann. Dabei können Mittel des Hörfunks ebenso zum Einsatz kommen wie die des Theaters, der Performance, der Literatur, der Bildenden Kunst und der Musik.
Durch Töne, Klänge, Worte und Rhythmen werden Geschichten erzählt, die sich durch die Töne selbst erschaffen; Geschichten, die man durch Hören anders wahrnimmt als durch das bloße Lesen. Sie können über einen Tonträger abgespielt werden oder sich unmittelbar durch das gesprochene Wort entfalten.
Mit Tönen können Gefühle hervorgebracht, vermittelt oder angesprochen werden. So bilden sich Klang- und Erlebnisräume, deren Interpretation beim Zuschauer selbst liegt. Dabei entstehen immer auch Töne, die man eigentlich nicht hören will. Störende, laute, verzerrte Töne, die nicht zuzuordnen sind; die aber vielleicht aufmerksam machen auf Missstände in unserer hörbaren Welt und dadurch eine Chance geben, diese zu beseitigen.
Unter Hörkunst verstehen wir auch die Musik, die uns nicht alltäglich aus unserem Radio entgegen schallt, sondern eine andere Hörerfahrung zulässt, sei es durch bestimmte räumliche Gegebenheiten, technische Besonderheiten oder den Menschen der dahinter steht. Wir wollen Raum dafür schaffen, beim hören die Augen zu schließen, denn das verändert das Hören. Es wird bewusster und doch kann es sein, dass man sich völlig im Klangraum verliert. Töne werden zur Begleitmusik der eigenen Gedanken ohne dabei zu verschwinden. Sie klingen weiter, können inspirieren und vielleicht auch den Gedankenfluss manipulieren. Hörkunst will dem Gehör eine Auszeit vom Alltag gönnen und eine vollkommen neue und andere Hörerfahrung schaffen. Hörkunst kann dabei ein Abtauchen in andere Welten ermöglichen. Stimmen, Töne, Geräusche und Musik sollen zu besonderen, individuell empfundenen Erlebnissituationen vereint werden.
Hörkunst will all den Künstlern, Musikern, Poetry Slammern eine Plattform schaffen, die sich damit auseinandersetzen, was wie und weshalb gehört werden kann. Durch das jährliche Hörkunstfestival soll die Hörkunst in die Öffentlichkeit getragen und sowohl der Austausch unter Künstlern als auch der mit den Hörkunstliebhabern gefördert werden.